Handwerk „goes Additive“

Handwerk „goes Additive“

Allein die unzähligen Nachrichten von Automobilkonzernen über das Thema Additive Fertigung wie bspw. Audi macht 3D-Druck fit für die Produktion sorgen für viel Inspiration was alles möglich ist und sein wird. Doch wie brisant ist das Thema Additive Fertigung für das Handwerk? Mit hohem Investitionskapital ermöglichen sich große Unternehmen diverse Testfelder, doch muss das klassische Handwerk sich schon heute über die Technologie informieren? Wir, die Handwerksammer Berlin, das ABB Ausbildungszentrum und auch Netzwerke wie Medical goes Additive meinen: Ja!

Doch wir wollten es genau wissen und haben am 11. April 2019 im Rahmen des Aktionsprogramm Digitales Handwerk erfahrene Experten aus dem Bereich Additive Fertigung und über 30 Handwerksbetriebe aus Berlin eingeladen.

Nach der Eröffnung durch Frau Sabanovic von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, setzte Herr Woweries vom ABB Ausbildungszentrum Berlin gemeinsam mit der IHK Berlin ein Zeichen. Er verkündete den Startschuss der Zusatzqualifikation Additive Fertigung am 07. Mai 2019 für bis zu 15 Auszubildende und zeigt damit deutlich welchen Stellenwert das Thema bei den Betrieben in Berlin und Brandenburg hat. Insgesamt 12 Wochen wird der Kurs, welcher für Auszubildende ab dem 3. Lehrjahr angeboten wird, gehen. Die offenen Projektaufgaben stellen die Auszubildende vor die Herausforderung mehr zu lernen als den reinen Umgang mit 3D Druckern. Denn auch das Auseinandersetzen mit den Themen Projektmanagement und wirtschaftliche Planung werden in dem neuem Curriculum von den Auszubildenden gefordert.

Doch die Herausforderungen für die breite Masse stecken im Detail, so der Geschäftsführer Thomas Mörsdorf vom StartUp 3DPartzz. Weniger als 1% der Bau- und Ersatzteile sind überhaupt für die Additive Fertigung geeignet und wirtschaftlich sinnvoll zu drucken. Diese zu entdecken ist bereits die erste Herausforderung für Betriebe. Genau an diesem Punkt setzt 3DPartzz an. Mit einem eigens entwickelten Analysetool kann das Team diese Teile in der Datenbank des Kunden filtern. Der Kunde hat nun zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit Ersatzteile schnell zu ordern. Darüber hinaus gab Herr Mösrdorf wertvoll Tipps für einen leichten Einstieg in die Materie.

Auch das neu gegründete Netzwerk Medical goes Additive war mit Frau Lueders-Teuerdorf vertreten und gab eine hervorragende Übersicht über die heutigen Anwendungen von Additiver Fertigung in der Medizin-Branche. Das Ziel des Netzwerks ist es, aktiv die richtigen Wissensträger mit Kunden zusammenzubringen und somit Berlin als Zentrum der Additiven Fertigung in Deutschland weiter voranzubringen. Die enge Zusammenarbeit mit Mobility goes Additive fördert zusätzlich den Wissensaustausch über das eigene Netzwerk hinaus.

Das der Einstieg manchmal jedoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden kann, das zeigten die spannenden, unterschiedlichen Ansichten von den Experten Herrn Pohlisch, Geschäftsführer Fast-Part GmbH und Herrn Deurer, Leitung der Filamententwicklung bei Bernhardt Kunststoffverarbeitungs GmbH.

Alle Experten waren sich jedoch einig, die Technologie wird sich in rasantem Tempo weiterentwickeln und weitere neue Anwendungsfelder entstehen. Besonders etablierte Handwerksbetriebe sollten sich daher frühzeitig mit den Chancen und Möglichkeiten in ihrer Branche auseinandersetzen. Nur durch das Zusammenbringen von Wissen über Additive Fertigung mit Branchenwissen kann neue Denkprozesse über den richtigen Einsatz anstoßen.

Wir freuen uns sehr, auch im Jahr 2019 viele Kurse für die Handwerksbetriebe in Berlin, gemeinsam mit der HWK-Berlin, anbieten zu können. Diese finden an folgenden Terminen statt:

  • für Gesundheitsgewerke: 09.05. und 25.06.
  • für technisch-produzierende Gewerke: 14.05. und 27.06.
  • für Bau- und baunahe Gewerke: 02.07.

Weitere Informationen finden Sie unter: HWK-Berlin – Digitalisierung und Innovation

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